Amtliches & Persönliches

Das Amt als Oberbürgermeister der Stadt Augsburg ist für mich mehr als ein Beruf. Ich wurde vor sechs Jahren als politischer Seiteneinsteiger in dieses Amt gewählt und bin mir des großen Vertrauens bewusst, das die Augsburger damit in mich gesetzt haben. Inzwischen sind uns im Stadtrat viele große Entscheidungen gelungen, die Augsburg spürbar nach vorne gebracht haben. Dahinter stecken viel Arbeit, Disziplin und manchmal auch Geduld. Die Tage für mich und für viele engagierte Stadträte sind voller unterschiedlicher Aufgaben und könnten gerne mehr Stunden haben - erfahren Sie unten mehr darüber!

Ein Tag im Leben des OB

Mit Peter Ramsauer und Gerd Merkle – Zukunftsbesprechung vor einem Modell von Augsburg

Guten Morgen Montag! Die Woche beginnt mit der Referentensitzung am Montagmorgen. Um 8.30 Uhr treffen sich die Referenten und der OB zur aktuellen politischen Abstimmung. Bei Bedarf wird vorher noch ein Termin eingeschoben – z. B. eine Besprechung mit einem Projektteam oder mit Abgeordneten.

Etwa 15 Termine pro Tag

Zum Spatenstich stiefeln mit Thomas Kreuzer

Im Verlauf eines »normalen« Arbeitstages fallen zwischen zehn und fünfzehn Einzeltermine an. Dazu kommen Telefonate, SMS und E-Mail-Verkehr. »Große« Termine sind z.B. Tagungen und Aufsichtsratssitzungen, die meist mehrere Stunden dauern. Weil hier viele Teilnehmer unter einen zeitlichen Hut zu bringen sind, werden die Termine Monate im Voraus festgelegt. Für das kommende Jahr sind alle Aufsichtsratssitzungen bereits terminiert.

Zu den festen Sitzungen zählen auch die Stadtratssitzungen jeden letzten Donnerstag im Monat. Beginn ist um 14.30 Uhr, Ende offen. Bei wichtigen Diskussionen dauern die Sitzungen zum Teil bis Mitternacht. Außerdem gibt es regelmäßige Treffen, also Jour Fixes mit den Verantwortlichen unterschiedlicher Institutionen, wie z. B. Stadtwerke, Stadtsparkasse … Ein fester Termin ist auch die CSU-Fraktionssitzung am Dienstagabend. Ich besuche außerdem die Koalitionssitzungen mit den Partnern CSM und Pro Augsburg.

Repräsentation

Mit König Wesley Wumbembe im Goldenen Saal

Im Voraus planbar sind die Repräsentationstermine. Sie finden manchmal tagsüber, meistens aber am Abend und am Wochenende statt. Die drei Bürgermeister haben turnusmäßig Wochenenddienst. Wir alle drei nehmen aber gerne über die »Pflicht« hinaus Wochenendtermine wahr, auch die Referenten und Stadträte unterstützen uns dabei. Die Themen der Repräsentationstermine sind breit gefächert: Einweihungen, Besichtigungen, Empfänge, Delegations- und Botschaftertreffen, Bälle, Vereinsbesuche, Besuche von Sport- und Kulturveranstaltungen, Eröffnungen, öffentliche und private Feiern, Ehrungen, Reden und Grußworte.

Medien

Auch für die Medien brauchen wir mehrere Zeitfenster im Tagesverlauf - geplante und ungeplante. Interviews, Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche ergeben sich naturgemäß oft spontan. Dank der professionellen Leistung unserer Augsburger Journalisten und des Amts für Medien und Kommunikation klappt es aber meistens mit einem schnellen Termin.

Es gibt immer eine Antwort.

Einzeltermine

Auf der Lechhauser Kirchweih

Zwischen die "großen und festen" Termine und Jours Fixes werden einzelne Besprechungen gepackt: mit Verbänden, Vereinen, den Vertretern der städtischen Töchter und Beteiligungen, Bürgervereinigungen, Interessensgruppen, einzelnen Bürgern, den Referenten, den Amtsleitern, Sachbearbeitern und den Mitarbeitern. Diese Termine dauern meist zwischen einer Viertelstunde und einer Stunde - je nach Anliegen.

Dienstreisen

Auf Besuch in der Partnerstadt Jinan

Langfristig festgelegt sind auch die Dienstreisen. Regelmäßig nehme ich z.B. an den mehrtägigen Treffen des Deutschen Städtetages teil. Auch die mehrmals jährlich stattfindenden Klausurtagungen z.B. mit den Referenten, der Stadtsparkasse, dem Klinikum oder parteiinterne Klausuren dauern meist zwei oder mehr Tage. Leider bleibt dabei sehr wenig Zeit für umfassendere Dienstreisen z.B. in unsere sieben Partnerstädte. Bislang konnte ich dennoch schon Bourges, Jinan, Liberec und Nagahama/ Amagasaki besuchen.

Überraschungen

MODULAR

Einen erheblichen Teil meiner Zeit beanspruchen ungeplante Termine und Abstimmungen. Dank meines außerordentlich engagierten Teams im OB-Referat lässt sich aber auch das gut meistern. Von der Krise eines Unternehmens bis zur überraschenden Förderzusage - es passiert nahezu täglich ein Ereignis, das der Kalender nicht vorsieht. Das bedeutet: Telefonate und sms zwischen und während der Sitzungen, am sehr frühen Morgen, am sehr späten Abend und auf dem Weg von A nach B. In besonders dringenden Fällen muss dafür auch ab und zu ein regulär vorgesehener Termin verschoben oder abgesagt werden, wenn ihn nicht einer der beiden anderen Bürgermeister übernehmen kann.

Aktenarbeit

Am Autoschreibtisch

Im Büro, zuhause und auf allen Dienstfahrten erledige ich Telefonate und bearbeite Akten. Als Oberbürgermeister habe ich täglich um die 10 Dienstmappen mit Unterlagen abzuarbeiten und abzuzeichnen. Dazu kommen Schreiben an Mitarbeiter und Bürger, die ich gerne persönlich unterzeichne. Auch der Dienstwagen ist für mich ein Arbeitsplatz, insbesondere zur Aktenbearbeitung Ich nutze einen Van mit viel Platz und aufklappbarem Tisch als fahrendes Büro. In das OB-Dienstauto passen bis zu 5 Personen, so dass viele Vorbesprechungen z.B. mit den Referenten gleich auf der Fahrt stattfinden können. Anfangs wurde mein Fahrer von den Fahrern anderer Bürgermeister oft aufgezogen, weil wir nicht mit einer schicken Limousine sondern mit einem "Arbeitsgerät" vorfahren. Inzwischen liebäugelt mancher Kollege ebenfalls mit einem praktischen Auto.

Mein Leben zwischen der Arbeit

Kochen muss schnell gehen, dann machts Spaß.

Viele Bürger fragen mich, ob ich überhaupt noch eine Minute zum Ausruhen habe. Ja, das habe ich – wenn auch oft nicht mehr als eine Minute. Ich versuche, ein gutes Zeitmanagement hinzubekommen, damit der Alltag außerhalb des Rathauses noch Platz hat. Bei etwa zwei freien Abenden im Monat und einem Kalender, der Anfang Januar bereits bis April ausgebucht ist, ist das gerade für einen Politiker nötig und wichtig. Mir bedeutet es viel, ein ganz normales Leben in unserer schönen Stadt zu leben – mit Zeit für Sport und Spaziergänge, fürs Einkaufen und Bummeln und um gemütlich mit netten Leuten beisammen zu sitzen.

Biographie

Am 29.8.1964 in Augsburg geboren

Grundschule Kriegshaber, Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß

1986-1993 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kriegshaber

Jurastudium an der Uni Augsburg, Abschluss und Promotion 1991

Tätigkeit als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht in einer Augsburger Kanzlei und als Dozent für Internationales Projektmanagement und Immobilienrecycling an der HTW Dresden und Hochschule Mittweida

2006: Oberbürgermeister-Kandidat der CSU Augsburg

2008: Wahl zum Augsburger Oberbürgermeister

Familienstand: Geschieden, drei Kinder aus erster Ehe, Lebensgemeinschaft mit Sigrid Einfalt