

3. Schulsozialarbeit
Jugendliche leben oft in komplizierten und schwierigen Verhältnissen. Qualifizierte Schularbeit ist vielfach schwierig, zum Nachteil aller Schüler. Um hier die Situation zu verbessern, werden wir bei der Schulpolitik auf Landesebene auf die Förderung der Ganz-tagsschule hin arbeiten. In jedem Fall müssen wir aber die Schulsozialarbeit verstärken. Frühzeitige Schulsozialarbeit verhindert schwer korrigierbare Fehlentwicklungen rechtzeitig und sichert die Chancengleichheit. Wir lösen die Probleme von Morgen. Wir werden die Tätigkeit von Schulsozialarbeitern systematisch und für alle Schulzweige bis zur ausreichenden Versorgung ausbauen.
4. x-large
Die Stadt Augsburg bietet viele kulturelle Anlässe, nahezu für alle Generationen. X-large war ein Event für Jugendliche und Junggebliebene. Eine Veranstaltung mit hohem Be-liebtheitsgrad. Die Fortführung dieses Festivals war vor der letzten Kommunalwahl zugesagt worden. Auch dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. X-large wurde ersatzlos gestrichen. Wir sind de Auffassung dass Jugendliche und Junggebliebene eine eigene Veranstaltung brauchen. Wir sind für x-large anstatt für ex-large. Wir werden den Jugendlichen ihre Veranstaltung zurückgeben.
15. Barrierefreier Zugang zu den Ämtern der Stadt Augsburg
Das Amt für Soziale Leistungen befindet sich in Augsburg in der Stadtmetzg. Das Amt ist für Menschen mit Gehbehinderung, insbesondere Rollstuhlfahrer, faktisch nicht zu erreichen. Die Bedingungen für Amtsgänge gerade zum Amt für Soziale Leistungen sind für Menschen mit Behinderung oft demütigend und unzumutbar. Es ist wichtig, ein Signal zu setzen – ein Signal für einen rücksichtsvollen Umgang mit Menschen mit Behinderung. Auch beim Standesamt und beim Amt für Verbraucherschutz sind die notwendigen baulichen Voraussetzungen für einen barrierefreien Zugang noch nicht vollzogen. Die in der neuen Stadtbibliothek vorgesehene Einrichtung führt nicht zur Lösung sämtlicher „Altprobleme“. Der barrierefreie Zugang zu städtischen Ämtern ist ein berechtigtes Grundanliegen von Menschen mit Behinderungen. Ich werde daher dafür Sorge tragen, dass die genannten Ämter einen barrierefreien Zugang für Menschen mit Behinderung erhalten.
17. Symposium: Die „60-plus-Generation“ in der Stadtgesellschaft
Erfreulicherweise sind viele ältere Menschen rüstig und aktiv. Sie nehmen am täglichen Leben unserer Stadtgesellschaft teil und prägen diese maßgeblich. Die Generation der „60-plus“ ist in ihrer Quantität so stark wie noch nie. Diese starke „neue Bevölkerungsgruppe“ von hat ihren eigenen Lebensstil, ihre eigenen Bedürfnisse und Belange. Diese müssen Niederschlag finden in der Kommunalpolitik, in der Stadtgestaltung oder in den Bereichen der Kultur und des Sports. Um eine planvolle Kommunalpolitik zu ermöglichen, ist es notwendig, die Belange und Lebensgewohnheiten der „60-plus-Generation“ zu erfassen und zu analysieren. Ich werde daher auch unter diesem Aspekt auf eine planvoll strukturierte Entwicklung unserer Kommunalpolitik achten. Zur Erfassung und Evaluierung der speziellen Bedürfnisse werde ich die Durchführung eines Symposiums „Die 60-plus-Generation in der Stadtgesellschaft“ initiieren. Die Erkenntnisse der fachlichen Auseinandersetzung werden Eingang in die Kommunalpolitik finden. Mit einer speziellen „Politik für die 60-plus-Generation“ werden wir in Augsburg ein Modell für generationenverantwortliche Politik begründen.
18. Projekt : „ Jung und alt – Miteinander“
Wir sprechen oft vom „Generationenvertrag“ und meinen damit, dass die jüngeren Generationen dafür Verantwortung tragen, dass ältere Generationen sozial gesichert und versorgt sind. Das Verhältnis der Generationen untereinander ist nach meinem Verständnis keine Einbahnstraße. Die Lebenserfahrung, Weisheit und das erlernte Können der Menschen älterer Generationen ist ein wertvoller „Rohstoff“ für unsere Gesellschaft. Ältere Generationen sollen Jüngere an ihrem Können und ihrer Erfahrung teilhaben lassen. Besonders wichtig ist das Miteinander zwischen Kindern und Jugendlichen und den älteren Generationen. Die Mithilfe älterer Menschen ist oft unverzichtbare Voraussetzung für ein intaktes Familienleben von Generationen mittleren Alters. Handlungsfelder für ein Miteinander der Generationen gibt es viele.
Im Rahmen eines Modellprojektes „Jung und alt – Miteinander“ soll exemplarisch auch die „Gegenrichtung“ des Generationenvertrages gelebt werden. Ich werde dafür eintreten, dass Werkstattprojekte durchgeführt werden, bei denen Senioren ihre handwerklichen Geschicke an junge Menschen weitergeben, z.B. im Rahmen von Ferien begleitenden Projekten. Solche „Generationenwerkstätten“ können z.B. im Kfz-Bereich, im hauswirtschaftlichen Bereich, im Bereich des Tischler- und Schreinerhandwerks oder ähnlichen Kategorien durchgeführt werden.
46. Servicestelle für Probleme in der Altenpflege
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ernsthafte Zweifel an diesem Grundwert des Menschseins entstehen oft, wenn es um die Pflege und Fürsorge alter, gebrechlicher, dementer oder anders pflegebedürftiger Menschen geht.
Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, als Angehöriger ohnmächtig der Krankheit zusehen müssen – das sind schreckliche Vorstellungen für jeden von uns. Und doch sind diese Situationen Alltag. Sie gehören zum Leben wie Geburt, Kindheit, Jugend, Arbeit und Tod. Also sollten wir auch ganz normal damit umgehen und uns schützend auf die Seite derjenigen stellen, die hilfsbedürftig sind. Unsere Einrichtungen der Altenpflege sind professionell. Die in der Altenpflege beschäftigten Mitarbeiter sind qualifiziert, motiviert und einfühlsam. Trotzdem bleibt es nicht aus, dass auch und gerade in diesem sensiblen Bereich Probleme entstehen. Pflegedienste und Alten- und Pflegeheime sowie die einzelnen Pflegenden erbringen unter engen und harten Rahmenbedingungen ihre Dienstleistungen. Allein der Umstand, dass Fehlleistungen oder gar Missstände nicht ausgeschlossen werden können, begründet die Notwendigkeit einer übergeordneten Beratungs- und Anlaufstelle. Dafür setze ich mich ein. Ich werde diese Beratungsstelle in Augsburg schaffen, um Angehörigen von Pflegebedürftigen und Pflegenden eine konfliktfreie Kontaktmöglichkeit zu geben. Im Interesse der schutzbedürftigen Pfleglinge, die nicht selbst für sich eintreten können. Zum Beispiel, wenn darum geht, ob eine Fixierung (Anbinden an das Bett) notwendig und zulässig ist, ob die persönliche Versorgung (z.B. Dehydrierung, Wundliegen) gut ist. Aber auch im Interesse des oft zu Unrecht im Konflikt stehenden Pflegepersonals. Um im Bereich der Pflege Qualität zu sichern, Rat und Hilfe zu gewährleisten werde ich diese Servicestelle für Probleme in der Altenpflege einrichten, wie sie in der Landeshauptstadt München bereits seit geraumer Zeit als Beschwerdestelle für Probleme in der Altenpflege betrieben wird. Was für München gut ist, kann für Augsburg nicht schlecht sein! Nur einen Unterschied möchte ich schon hervorheben: Wir brauchen keine Beschwerdestelle, sondern eine Servicestelle. Denn: Wenn es um die Fürsorge für unsere Angehörigen geht, steht nicht die mit Konflikten beladene Beschwerde, sondern Rat, Tat, Hilfestellung und Mediation im Vordergrund.
47. Unterstützung für Mitarbeiter der Altenpflege
Die Arbeit in der Altenpflege kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Immerhin geht es um die Versorgung und Würde hilfloser Menschen. Die Arbeitsbedingungen sind nicht erfreu-lich: Hohe körperliche, emotionale, seelische und zeitliche Belastung. Vor allem die körper-liche Belastung ist extrem hoch. Rückenschmerzen und bleibende körperliche Schäden sind keine Seltenheit. Selbstverständlich kann eine Kommune die Rahmenbedingungen nicht ohne weiters ändern. Sie hat aber eine gesteigerte Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern in der Altenpflege. Ich werde daher eine Fachkommission einrichten, die ganz gezielt Konzepte zur Unterstützung und Fürsorge für Mitarbeiter im Bereich der Altenpflege erarbeiten soll. Solche Konzepte können z.B. begleitende Körperschulungen, Seminarangebote, Sport-förderung sein.
48. Imagekampagne für Altenpflegeberufe
Menschen, die in der Altenhilfe tätig sind, verdienen Respekt und Bewunderung. Diese Arbeit ist mit einem hohen Maß an persönlicher Aufopferung verbunden, bei schwierigen körperlichen und emotionalen Arbeitsbedingungen. Für unsere Gesellschaft ist qualifizierte Altenpflege unverzichtbar. Die abnehmende Anzahl von qualifizierten Beschäftigten in Altenpflegeberufen ist deshalb für mich Besorgnis erregend. Immer weniger Zeit für die Pfleglinge. Immer mehr Unsicherheit bei Pfleglingen und Angehörigen. Und das bei einem stark zunehmenden Anteil älterer Personen in unserer Gesellschaft. Die Schere geht auseinander! Natürlich kann eine Kommune nicht generell die Arbeitsmarktbedingungen beeinflussen. Aber tatenlos zusehen ist ganz sicher falsch. Uns allen ist es – wenn es um unsere Angehörigen und uns selbst geht - besonders wichtig, auf qualifiziertes und motiviertes Pflegepersonal vertrauen zu können. Das Mindeste also, was wir tun können, ist es, dem Pflegeberuf ein ordentliches Image zu verschaffen. Damit sich mehr Menschen auch aus unserer Region für einen Pflegeberuf entscheiden. Ich werde mich daher – ggf. in Kooperation mit freien Trägern – für eine gezielte Imagekampagne einsetzen: „Damit wir auch Morgen noch qualitätvoll pflegen können!“
49. Seniorenfestival
Für jede Altersklasse hat Augsburg Festivals zu bieten. Für Jugendliche und „middleagers“. Nicht jedoch für Senioren. Und dies, obwohl unsere Gesellschaft immer älter wird. Die 60-plus-Generation ist eine Power-Generation, die aktiv an unsere Stadtgesellschaft teilnimmt und sie mitgestaltet. Augsburg muss daher auch mit Angeboten für diese Generationen aufwarten. Die „gute Stube“ Augsburgs gehört allen. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass die Maximilianstraße auch eine „location“ für ein Seniorenfestival wird.
50. Servicestelle für Familienaltenpflege
Unsere Gesellschaft wird – Gott sei Dank! – immer älter. Der Bedarf an Altenpflegeeinrichtungen wird immer größer. Andererseits hat das Selbstbestimmungsrecht der Menschen einen hohen Stellenwert. Das Bedürfnis der Menschen geht dahin, möglichst lange in eigener und gewohnter Umgebung sowie im familiären Umfeld zu bleiben. Familien werden dabei oft starken Belastungen ausgesetzt. Auch Angehörige von Pflegenden brauchen Möglichkeiten zur persönlichen Lebensgestaltung, Freizeit und Urlaub. Die Entscheidung für die Familien-pflege, die Entscheidung dazu, pflegebedürftige Angehörige selbst zu betreuen und zu versorgen, darf nicht die eigenen Freiheiten zu stark beschneiden. Die Bereitschaft zur Familienpflege wird ansonsten immer geringer. Ich sehe es als Aufgabe der Stadt, hier entlastende Rahmenbedingungen zu schaffen. Durch die Einrichtung einer Servicestelle für Familienpflege soll die Pflege von Angehörigen unterstützt und erleichtert werden, z.B. durch Schaffung von Netzwerken für Altenbetreuung und zwar auch tages- oder auch nur stundenweise. Dadurch soll den pflegenden Familien für eigene Bedürfnisse Luft und Spielraum verschafft werden. Die Servicestelle für Familienpflege soll darüber hinaus weitere Dienstleistungen, Hilfestellung und Beratung zur Bewältigung der persönlichen familiären Situationen erbrin-gen.
72. Stadtführer für Behinderte
Menschen mit Behinderungen haben es in unserer Gesellschaft schwer. Oft sind Einrichtungen, bauliche Gestaltungen, Verkehrsmittel, Programme, Veranstaltungen und Events nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Um es Behinderten zu erleichtern, sich in Augsburg zu bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, werde ich dafür Sorge tragen, dass ein Stadtführer für Behinderte eingerichtet wird. Dieser soll alle Informationen enthalten, die speziell für Behinderte von Bedeutung sind, z.B. Ver-anstaltungshinweise, Parkmöglichkeiten, Vergünstigungen, Beratungsstellen, Servicestellen usw.
73. Familienserviceeinrichtung
Familien mit Kindern haben es in unserer Gesellschaft nicht immer leicht. Dies betrifft Einschränkungen bei der Berufsausübung, finanzielle Einschränkungen und Einschränkungen in der Freizeit. Es ist unterstützenswert, dass der Trend hin zu familienfreundlichen Jobs geht. Die Realität zeigt aber, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder aber auch die Vereinbarkeit von persönlichen Bedürfnissen und Familie oft nicht gegeben ist. Eine Familie ist in Bezug auf die Vorhersehbarkeit von Abläufen nicht abschließend planbar. Was passiert, wenn das Kind plötzlich krank ist, die Eltern aber zur Arbeit müssen? Was passiert, wenn das geplante familiäre Netzwerk plötzlich ausfällt, z.B. wegen Krankheit von Großeltern und Verwandten?
Augsburg versteht sich als familienfreundliche Stadt. Ich halte es daher für notwendig, dass es in Augsburg eine Familienserviceeinrichtung gibt, die Angebote für die Unterstützung von Familien bereit stellt und Hilfestellungen gibt. Die vorhandenen freien und kirchlichen Träger werde ich besser unterstützen.
