

11. Wanderausstellung „Volk auf dem Weg“
Deutsche aus Russland – Deutschstämmige und deren Angehörige aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion – haben eine schicksalhafte Vergangenheit. Als Vertriebene, Heimkehrer, Spätaussiedler haben sie zu den Wurzeln ihrer Identität zurückgefunden. Die Zeit ist über Generationen hinweg nicht spurlos an diesen Bevölkerungsgruppen vorbei gegangen. Angekommen in ihrer Heimat spüren sie, dass sie nicht voll
dazugehören. Um die Integration der Deutschen aus Russland zu ermöglichen, ist es wichtig, ihre Geschichte und ihr Schicksal zu kennen. Ich werde es den Deutschen aus Russland ermöglichen, dieses Grundverständnis gegenüber der Augsburger
Bevölkerung zu vermitteln. Im Rahmen der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg“ wird die Geschichte der Deutschen aus Russland pädagogisch vermittelt und von Schule zu Schule gebracht. Für die Durchführung der Wanderausstellung, die möglichst an Schulen unterschiedlicher Schulzweige erfolgen soll, werde ich die Schirmherrschaft übernehmen. Damit nicht unnötig weitere Zeit verloren geht, werde ich sogleich
mit der Vorbereitung des Projektes beginnen und bei den Schulen für die Aufnahme der Wanderausstellung werben.
49. Seniorenfestival
Für jede Altersklasse hat Augsburg Festivals zu bieten. Für Jugendliche und „middleagers“. Nicht jedoch für Senioren. Und dies, obwohl unsere Gesellschaft immer älter wird. Die 60-plus-Generation ist eine Power-Generation, die aktiv an unsere Stadtgesellschaft teilnimmt und sie mitgestaltet. Augsburg muss daher auch mit Angeboten für diese Generationen auf-warten. Die „gute Stube“ Augsburgs gehört allen. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass die Maximilianstraße auch eine „location“ für ein Seniorenfestival wird.
67. Bike-Sightseeing
Augsburg ist eine fahrradfreundliche Stadt. Freizeit und Kultur lassen sich wunderbar verbinden. Ich werde daher dafür sorgen, dass Stadtrundfahrten auch für Fahrradfahrer angeboten werden, um auch interessante und nicht unmittelbar in der City gelegene Sehenswürdigkeiten sowie das Umland zu erfassen.
68. Archäologische Stadtkarte
Augsburg ist reich an archäologischer Kultur. Mit seiner über 2000-jährigen Geschichte besitzt Augsburg viele archäologische Sehenswürdigkeiten, die sich Bürgern und Touristen allerdings nur schwer erschließen. Durch eine archäologische Stadtkarte sollen Sehenswürdigkeiten und Zeugnisse unserer Geschichte besser zugänglich werden.
Die Pop-Szene ist ein wesentlicher Bestandteil der Jugendkultur. Bands, Veranstalter und Lokale sind allerdings nicht miteinander vernetzt. Dadurch wird die Wertschöpfung der un-gemein reichhaltigen kulturellen Facetten beschränkt. Die Pop-Szene braucht also eine Struktur. Durch die Einrichtung einer Pop-Kommission sollen die Kräfte gebündelt und or-ganisiert werden. Die Pop-Kommission ist zugleich Ansprechpartner für Politik und Verwal-tung. Über die Pop-Kommission kann und soll gezielt eine Unterstützung und Förderung der Szene erfolgen.
Mehr Informationen auch unter www.popkommission.de
Wie würden Sie die Augsburger Kulturlandschaft beschreiben? Wo und wie nehmen Sie an dieser teil?
Facettenreich, alles von Kleinkunst bis Hochkultur ist vorhanden. Ich bin passiver Genießer des Angebots – und zwar querbeet von Theater bis Ausstellung. Zuletzt haben mir diese Veranstaltungen sehr gefallen: Kulturtage in Hochzoll, Wege der Kunst in Göggingen, Radlkultur in Haunstetten und der Theaterauftakt.
Was sind Ihre drei Top-Projekte für die nächste Legislaturperiode, falls Sie KulturreferentIn werden?
Falls mein/e Kulturreferent/in einverstanden ist: Popkommission. Erweiterung von „Wege der Kunst“ auf alle Stadtteile, Stärkung des Stadtarchivs.
Wie setzen Sie die Schwerpunkte für eine langfristige Stadtentwicklung?
Kulturell? Kulturentwicklung in den Stadtteilen erhalten und stärken.
„Kultur für alle“ fördern, d.h. Kultur mit großer inhaltlicher Spannbreite ermöglichen und dabei neue Kulturinteressen und -interessenten ansprechen.
Augsburg hat in den letzten Jahren eine Profilierung in den Bereichen Frieden, Brecht und Mozart erhalten. Wie fördern Sie diese Bereiche weiter – und was wollen Sie eventuell ändern?
Die Kontinuität soll erhalten bleiben, schon wegen der Außenwirkung. Darüber hinaus: das Thema „Fugger“ forcieren, das hervorragend in den Kontext passt. Beim Brechthaus würde ich als OB sofort eine Senkung der Eintrittspreise veranlassen. Die Erhöhung hat dazu geführt, dass (vor allem geführte) Touristengruppen das Haus meiden.
Wie schätzen Sie den Stellenwert der freien Kulturszene in Augsburg ein?
Der Stellenwert ist verbesserungsbedürftig und –würdig.
Was kann die Lokalpolitik machen um diese weiter zu stärken?
Meiner Ansicht nach sollten finanzielle Zuwächse der freien Kulturszene zugute kommen. Auch beim Stadtmarketing sehe ich viele Synergieeffekte, die den „Freien“ nutzen könnten.
Eine Fee kommt und gibt Ihnen drei Wünsche frei – sie lösen diese für die Augsburger Kultur ein und erfüllen sich welche Träume?
-Eine Spielstätte mit 500 Plätzen
-Augsburg wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt Europäische Kulturhauptstadt
-Die Kulturförderung wird so stark, dass es keine finanziellen Barrieren mehr für Kulturgenuss gibt
In unserer Gesellschaft ist zunehmend ein Trend zu Großevents (Reihen, Cluster, etc.) im Gegensatz zu einzelnen Veranstaltungen zu sehen. Kleinere Veranstalter müssen sich entweder einreihen – oder gegen diese dominierenden Reihen kämpfen. Wie schätzen Sie das ein?
Großveranstaltungen sind für die Kleinen einen Chance. Der Trend ist wohl nicht mehr abwendbar –allerdings stimulieren Trends meist einen Gegentrend. Auch das kann eine Chance sein.
Im aktuellen Diskurs werden Bildung und Kultur zunehmend miteinander verknüpft und als zusammenhängende Themen gesehen. Wie stehen Sie dazu und was sind die politischen Auswirkungen?
Es besteht eine inhaltliche Verbindung. Kultur ist Voraussetzung für Bildung. Politisch gesehen bin ich für eigenständige Ressorts.
MigrantInnen finden in Augsburg zum Teil keinen oder nur schwer Zugang zur Hochkultur. Ihre Schritte um das zu ändern?
Der Ansatz liegt im Bereich der Sprache und der Bildung. So kann Kultur leichter zugänglich werden.
Das H2 Museum ist leer. Warum? Kann die Lokalpolitik überhaupt mehr Menschen in die Museen bekommen?
Unsere Museen weisen eigentlich gute Zahlen auf. Die Frage ist: Wie kann ein weniger starkes Museum von den anderen lernen und profitieren? Konkret würde ich für besucherfreundlichere Öffnungszeiten wie Spätöffnungszeiten nach Rotationsprinzip plädieren. Auch populäre Ausstellungsmagnete, Events und Synergien mit anderen kulturellen Angeboten wären vorstellbar.
Das Textilmuseum wird gebaut – also passiert etwas in der Industriekultur in Augsburg. Was passiert mit dem Bahnpark?
Für den Bahnpark besteht derzeit eine Vision: Er soll die größte europäische museale Einrichtung werden, eine Art Erlebnismuseum verbunden mit Events und Programmen für unterschiedliche Besucherwünsche.
Was ist Ihre Vision für den Oberhauser Gaskessel?
Sollte als Industriedenkmal erhalten und mit einer zeitgemäßen Nutzung verbunden werden, ggf. teilöffentlich.
Wenn Sie in der nächsten Legislaturperiode KulturreferentIn werden - welche spezielle Förderung soll die Jugendkultur erfahren?
Die Popkommission wird weitergeführt, der Kunstförderpreis wird um die Kategorie Popmusik erweitert.
Was ist für Sie spezifische Jugendkultur?
X-Large war eine super Idee Popcity genauso. Die Frage ist aber doch: Besteht die Jugendkultur einer Stadt aus einem Riesenfestival, das alle drei Jahre über die Bühne geht? Augsburgs Jugendkultur ereignet sich beinahe täglich in den Clubs, Proberäumen und auf den Bühnen dieser Stadt. Die von mir mitinitiierte Popkommission will genau dort ansetzen und die Jugendkultur Augsburgs tatkräftig unterstützen.
Generell: Wird es mehr Gelder für Kultur in Augsburg geben – und wenn, woher kommen diese?
Wenn ich OB werde, sollen durch eine Stärkung der Wirtschaft und dadurch bedingte Steuermehreinnahmen die Gelder auf jeden Fall prozentual anteilig, wenn möglich überdurchschnittlich der Kultur zufließen.
Vervollständigen Sie bitte die folgenden Sätze:
Bertolt Brecht ist für mich ... ein sehr bekannter Augsburger.
Mozart bedeutet für Augsburg ...ein kulturelles Weltklasseimage
Die Stadtbücherei ist ...ein Erfolg der Bürger.
Ich besuche gerne das Theater Augsburg weil ...in den verschiedenen Einrichtungen die gesamte kulturelle Bandbreite auf hohem Niveau geboten wird.
Was wünschen Sie sich vom Augsburger Kulturnetzwerk?
Dass die Mitglieder am 2. März die richtige Wahlentscheidung für eine kulturoffene Stadtregierung treffen.
